Kettensägen und Babyschreien: ein interaktives Soundkonzept.

Für unsere interaktive Rauminstallation zu dem Thema Wald bin ich für das Sounddesign verantwortlich gewesen, welches eine interaktive Beamerinstallation unterstützt. Über den Beamer werden 20 verschiedene Bilder gezeigt. Die ersten 10 Bilder zeigen einen zerstörten, toten Wald, so wie assoziative Bilder, welche dieses Thema aufgreifen. Dazu gehören eine verlassene Fabrik, eine Kettensäge, eine Gasmaske und ein Waldbrand. Die zweite Hälfte der Bilder zeigt einen intakten schönen Wald, so wie assoziativ ein Neugeborenes Baby und Nahaufnahmen von Tieren und Pflanzen. 

Die Bilder wechseln abhängig von der Entfernung des Besuchers zu dem Beamer. Mit jedem Schritt den er geht, bekommt er ein neues Bild angezeigt. Da das Sounddesign die Bilder unterstützt, sind den einzelnen Bildern verschiedene Klänge zugeordnet, so dass der Besucher gleichzeitig akustisch angesprochen wird. Die Installation beginnt mit einem kurzen Piepton, welcher für den Tod und Herzstillstand steht. Es folgen die Geräusche der Kettensäge, so wie einem verzerrtem Atmen für die Gasmaske, zusammen mit anderen Geräuschen welche symbolisch für den toten Wald stehen. Die Gasmaske steht für die Vergiftung durch den Menschen, auch die Waldrodung wird thematisiert. In der Hälfte wechselt das Thema, auch Bild und Tonwechsel werden hier entspannter und passend zu den Bildern hört man jetzt Vögel zwitschern, Wind, Rascheln und das Schreien eines Neugeborenen. Das letzte Bild vor der Leinwand zeigt Hände, welche um einen Baum gelegt werden. Hier ist ein Herzschlag zu hören. Das Neugeborene steht für die Lebenswichtigkeit des Waldes für den Menschen, und der Herzschlag für das Leben des Waldes selbst. Die Auswahl der Bilder und Klänge entstand übergreifend mit dem Team, welches die Bildinstallation entwickelt hat. 

Ohne die Hilfe von Jürgen Rüger, welcher uns seit der Ideenfindung für den Raum mit Rat und Tat neben Professor Moll zur Seite stand, wäre dieses Projekt so nicht umsetzbar gewesen. Jürgen ist ein sehr inspirierender Mensch, der uns mit seinem Technischem Wissen unter die Arme gegriffen hat. Er hat einen Sensor mitgebracht, welcher die Entfernung misst und diesen mit einem kleinen Computer verbunden, über welchen er den verschiedenen Entfernungen die Bilder und Klänge zugeordnet und programmiert hat. Jürgen war ein ehrenamtlicher Mitarbeiter in diesem Projekt, der diese Aufgabe nach eigener Aussage angenommen hat, weil sie im Lebensfreude bereitet und ich bin ihm dankbar dafür.

Dadurch, dass der Besucher zuerst mit einem toten Wald konfrontiert wird, und sich dieser abhängig von seiner Entfernung in einen lebenden, intakten Wald verändert, soll erreicht werden, dass der Besucher erkennt, dass er durch sein Handeln und aktiv werden etwas unternehmen kann, um die Wälder dieser Erde zu schützen und diese Lebensräume zu erhalten. 

Es hat mir Spaß gemacht, das Sounddesign zu entwickeln, so wie mir Gedanken über assoziative Bilder und Klänge zu machen. Ich musste mich dafür in neue Programme einarbeiten und mich mit einem Thema beschäftigen, mit dem ich mich so noch nie auseinandergesetzt habe. Ich habe dabei viel gelernt und denke, dass eine gute interaktive Installation entstanden ist, bei welcher der Besucher Spaß hat aber auch zum Nachdenken angeregt wird. 

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