Weshalb wir nicht nur auf der Straße Ampeln brauchen

Wer geht nicht mal auch bei Rot über die Straße? Schadet ja auch niemandem, solange es keine Kleinkinder sehen und das ungünstig nachmachen.

Aber was wäre, wenn auf einmal irgendwo anders auf der Welt doch etwas passieren würde? Man schaut links. Man schaut rechts. Die Straße ist leer also überquert man sie und gleichzeitig wird auf einem anderen Teil der Erde die Hand eines Arbeiters von einem herunterfallenden Strunk fast zerteilt. Medizinische Versorgung gibt es im Busch nicht und eine Krankenversicherung würde voraussetzen, dass der Arbeiter gemeldet wäre.

Das mag jetzt nach einem fiktionalen “Butterfly Effect” klingen aber so weit ist das Szenario gar nicht hergeholt. Genau genommen passiert das jeden Tag. Es kümmert nur keinen, da man es nicht mitbekommt. Entweder weiß der Verbraucher nicht was hinter den kleinen chiffrierten Inhaltsangaben tatsächlich steckt oder das aktive Bewusstsein hält die weite Distanz von der letzten Arte Dokumentation bis in den nächsten Supermarkt nicht stand.

In beiden Fällen hilft das Ampelsystem von Disruptive Transparency.

Zwar hat sich die Ernährungsindustrie jahrelang gegen ein Ampelsystem, das auf den Produkten kenntlich macht, wie ungesund der Inhalt ist, gewehrt, aber jetzt werben Coca-Cola, Unilever, Nestlé und drei weitere Unternehmen für ihre farbenfrohe Einschätzung. Allerdings stimmt die Industrie Ampel mit den Werten von den Verbraucherschützern gar nicht überein. Dies passiert durch den einfachen Trick, das die Hersteller Portionsgrößen so definieren, das die Anteile an Fett, Zucker und Salz gering genug sind um nicht in einem ungesunden Rahmen zu enthalten zu sein. Dann hat die Portionsgröße von einem Lion Riegel zum Beispiel 30 Gramm. Das der Riegel mit 42 oder 65 Gramm Packungen verkauft werden scheint dabei wohl keine Rolle zu spielen. Um diese Täuschung zu entmachten hat Disruptive Transparency ein unabhängiges Bewertungssystem, das es sich zur Aufgabe macht im Interesse des Verbrauchers aufzuklären.

Verbraucherschützer finden es super! Die Ernährungsindustrie eher nicht so. Statt nach ungleichmäßigen „Portionen“ werden hier auf der einheitlichen Grundlage von 100g / 100ml die Produkte analysiert. Anstelle sich auf Inhaltsstoffe zu reduzieren, werden sämtliche Faktoren analysiert und kommuniziert. So erfährt der Konsument nicht nur was beim Konsum eines Produktes mit dem eigenen Körper passiert, sondern auch was der Kauf übermorgen auf der ganzen Welt bewirkt. Denn ein leckerer Snack schmeckt ohne das Blut ausgebeuteter Arbeiter aus Billiglohnländern definitiv besser.

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