Deutsche wollen mehr Angaben auf Lebensmitteln

Der Wille ist da, es fehlt nur noch das richtige Tool.

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Die Verbraucher in Deutschland fordern bessere Kennzeichnungen bei Lebensmitteln, die sie erwerben. 80 Prozent der Deutschen wünschen sich mehr Informationen darüber, ob tierische Produkte gentechnikfrei, umweltfreundlich und fair erzeugt wurden.

79 Prozent der Befragten befürworten ein staatliches Tierwohl-Label. Und die Verbraucher wollen dafür auch bezahlen: 90 Prozent wären bereit, einen höheren Preis für Lebensmittel zu bezahlen, wenn die Tiere besser gehalten werden als es das geltende Recht vorschreibt.

Diese Werte stammen aus Umfragen, die für den Ernährungsreport 2018 durchgeführt wurden. Aber das die Realität nicht ganz so Hoffnungsvoll aussieht, schildert Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands. Schließlich kaufen nur 11% der Deutschen ihre Lebensmittel in Bioläden ein. Die übrigen gehen im Discounter oder Supermarkt einkaufen (Süddeutsche Zeitung).

Diese Zahlen bestätigen leider den Einwand von dem Philosophen Richard David Precht, das die ökonomische Vernunft über die ökologische Vernunft siegt (Zukunftsdialog Agrar & Ernährung der ZEIT und der agrarzeitung in Berlin).

Es kostet ja nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Mühe. Und manchmal kann man sich, als arbeitender Mensch es sich nicht aussuchen, wo man einkaufen geht und wie viel Geld man für seine Ernährung ausgibt, da die Freizeit und das Gehalt nicht immer mit den Preisen und den Öffnungszeiten übereinstimmen. Dazu kommt, dass die zwischen Smartphone und Werbebotschaften pendelnde Aufmerksamkeit eh schon stark beeinträchtigt ist. Was dazu führt das bewusstes und nachhaltiges Konsumverhalten geradezu unmöglich ist. Demnach wäre es eigentlich an der Politik etwas zu verändern und die müde Masse an Konsumenten durch den wuchernden Dschungel der Wirtschaft zu führen. Aber die Politik ist gebremst von populistischen Strömungen, deren Ziel es ist, sich die Urängste der Menschen zu mehr Macht zunutze zu machen. Oder von der Industrie, deren Interessen stets hörig berücksichtigt werden müssen. Aber was wäre der Verbrauchermarkt ohne die Konsumenten? Und was wäre die Industrie ohne den Verbrauchermarkt? Während man sich diese Fragen stellt, bemerkt man schnell, dass man nur als einzelner Konsument in einer Ohnmacht gegenüber eines mächtigen Konsumapparats gefangen ist. Aber sobald sich ein Kollektiv bildet, das durch ihre Kaufentscheidung die Nachfrage verändert, muss sich der komplette Wirtschafts-Apparat neu definieren.

Und zwar nach den Regeln der Menschen, die sich ihrer Kaufkraft bewusst sind und sich aktiv für eine grüne Zukunft einsetzen.

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