Alles neu macht der Computerchip

Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben; aber für das Neue sollen wir eigentlich leben.“ – Theodor Fontane (1819-1898) deutscher Schriftsteller und deutscher Vertreter des Realismus

Was macht Sinn neu anzugehen und was nicht? Was macht Sinn zu verändern und was sollten wir sein lassen? War früher alles besser? Oder ist heute alles besser?

Das Thema Chipimplantate hat mich nicht mehr in Ruhe gelassen. Mir war bekannt, dass es Menschen mit winzig kleinen Reiskorn Chips in der Hand in Schweden gibt, aber will ich mir selbst das auch antun?
Die Antwort ist: Nein, will ich nicht. Also, warum sollte ich mich dann damit beschäftigen anderen so was auf zu zwacken? Es musste also eine andere Lösung her…

Ich wusste, dass es auch eingebaute Chips gibt, die wir mit uns tragen; EC-Karte, Handy etc. Diesen Ansatz könnte man doch auch für unser Projekt nehmen: Ein Gegenstand, den man am Körper befestigen kann, der allerdings nicht stört und mit dem man viele verschiedene nützliche Alltagsgegenstände wie möglich verbinden kann. Man sollte es aber auch ablegen können, wenn man möchte und es muss klein und kompakt sein; zudem muss es auch gut aussehen. Wir dachten zuerst daran, dass wir ein Smartphone einfacher und kompakter nutzen könnten. Wir haben uns also eine einfache Funktion wie etwa das Telefonieren ausgesucht. Zunächst dachten wir daran, diesen Chip in einen anderen Bereich des Körpers zu bauen, beispielsweise ins Ohr, genau so wie Hörgeräte.

Klassisches Hörgerät -Amplifon
Ein klassisches Hörgerät von Amplifon

Oder ein kleiner Chip im Ohrbereich, mit dem man Drahtlos telefonieren konnte. Aber, wie gesagt, wollten wir weder irgendetwas in unserem Körper haben und wir wollten auch, dass es gut aussieht und nicht stört. Außerdem haben wir gar nicht darauf geachtet, ob das überhaupt etwas ist, was gebraucht wird. Hat der moderne Mensch von heute überhaupt das Bedürfnis freihändig und drahtlos zu telefonieren? Ich glaube kaum, dass Menschen heutzutage überhaupt noch so oft oder gerne telefonieren. Wir wandten uns also vom Smartphone ab. Das Smartphone ist genau so wie es ist gut genug und niemand will wirklich etwas daran ändern OHNE ein kleines Stück Plastik in den Händen herumzulaufen. Und auch, wenn es Menschen gibt, die mit einer Apple Watch rumlaufen, glaube ich, dass diese ans Original nicht wirklich ran kommt und meiner Meinung nach auch super unnötig ist.

Lifehacker Australia
Aus dem Online Magazin Lifehacker Australia – Apple Watch ist nicht mehr so der Hit

Ohne eine richtige Richtung gefunden zu haben sind wir (mein Team und ich, bestehend aus drei Personen) dann auf Bill Verplank  gestoßen. Er ist Interaction Designer aus den USA und lehrt uns die 3 Basis Schritte, die uns im Interaction Design interessieren und die wir angehen sollten:

How do you…

… do? (Wie benutze ich etwas?)

…feel? (Interessiert es mich? Benötige ich es?)

… know? (Wie benutze ich es?)

bill verplank
Bill Verplank: Designing Interactions

Welches Grundwissen können wir von unseren Usern erwarten, damit sie verstehen und wir ihnen zeigen können, wie sie etwas zu benutzen haben? Sind sie in der Lage unsere Knöpfe und Schalter zu benutzen, wenn wir sie ihnen zeigen? Wie können wir ihnen die Aufgabe und den Nutzen dieser Funktionen vermitteln ohne es ihnen großartig erklären zu müssen?

Und die wichtigste Frage: Brauche ich es?

So sind wir erst mal unseren Alltag durchgegangen. Was machen wir? Wohin gehen wir? Was brauchen wir? Was benutzen wir und wie oft? Ist es lästig oder einfach?

Wir sind darauf gekommen, dass die wichtigsten Gegenstände, mit denen wir immer das Haus verlassen folgende sind: Schlüssel, Geldbeutel und Smartphone. Ohne diese Dinge kommen wir nirgends hin. Es gibt ja schon Türen, die sich mit Chips öffnen lassen. Diese können am Schlüsselbund befestigt sein oder wie bei unseren schwedischen Kollegen auch in der Hand. Ein Smartphone muss in seinem Kern nicht verändert werden, zumindest nicht in absehbarer Zeit, das verlangt auch keiner. Aber ein Geldbeutel kann ziemlich nervig sein. Darin befinden sich fünfunddreißig verschiedene Bonuskarten, EC- und Kreditkarte, Gesundheitskarte, Blut- und Organspende Ausweise, Bankkontoauszüge, Siebenmillionen Kassenbons, ein bisschen Papier, das man für Waren und Dienstleistungen eintauschen kann und zwei Kilo Münzgeld. Das Teil jedes Mal aus der Hosen- oder Jackentasche raus zufriemeln oder danach im Bermudadreieck, auch Handtasche genannt, zu suchen kann über den Tag hinaus ziemlich anstrengend und nervig sein. Aber vielleicht können wir ja etwas daran ändern…

 

Bildquelle: JD Hancock auf Visualhunt.com

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