Was uns wirklich bindet – Ein Gedankenspaziergang

Es ist immer eine Kunst für sich einen geeigneten Anfang zu finden. Alleine um meinen kleinen Teil im Rahmen des Moduls zu starten sitz ich seit einem Tag vor dem digitalen leeren Blatt und weiß nicht wie ich das ganze anfangen soll. Ich will schließlich sympathisch sein. Möchte gut ankommen, möchte ein möglichst gutes Bild von mir vermitteln. Denn auch im Internet will ich schließlich neue Kontakte knüpfen. Beziehungen aufbauen. Du kannst mir ja verraten, hab ich damit Erfolg?

Um Beziehungen soll es mir auch in diesem Blog gehen. Über das Konstrukt der zwischenmenschlichen Kommunikation. Wie wir Menschen Beziehungen eingehen und wie wir uns mit Anderen verbinden. Viele journalistische Artikel, viele Ratgeber und auch viele Applikationen wollen uns helfen, uns gegen die Einsamkeit zu wehren und wieder in Kontakt zu treten. Doch schwingt hierbei immer ein gewisser Suchtfaktor mit. Wer kennt es schließlich nicht: Selten bleibt es bei einem Blick aufs Smartphone; einmal InstaStories, einmal Snapchat und schauen ob jemand bei Whats App geschrieben hat. So verbringen Viele ihren Alltag. Auch auf Parties oder Konzerten kann es schwer fallen neue Freundschaften oder Bekannschaften zu schließen. Wir sind gehemmt, haben Angst vor Zurückweisung und bleiben lieber in der Comfortzone.

Im Osten geht Angst vor Ablehnung soweit, dass man sich zB. in Japan einen virtuellen Freund kaufen kann, der über den Tag mit einem redet, den Tag plant und über den Besitzer ausfragt. Alternativ kann man sich in Großstädten wie Tokio oder auch Hong Kong, China, einfach für einen Abend Freunde kaufen, die mit dir den Abend verbringen, Höflichkeiten austauschen und für eine unbeschwerte Zeit sorgen. Kontakt nach solchen Feiern? Ist nicht. Die angagierten Freunde wollen danach ihre Ruhe und die Benutzer solcher Services finden es in Ordnung, weil sie von ihren virtuellen Freunden nicht enttäuscht werden können. Es macht mich traurig, dass es für so viele Menschen keinen anderen Weg gibt und die Angst vor Verletzlichkeit so hoch ist, dass man sich hinter Smartphones und bezahlten Freunden flieht.

Wie also aus diesem Teufelskreis austreten? Was kann man tun, um gerade introvertierten und in sich gekehrten Charakteren wieder Mut machen aus sich heraus zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen? Warum ich genau auf diese Menschen eingehen möchte? Für mich ist die Antwort hier ganz klar: extrovertierte Menschen, Leute die gern aus sich rauskommen und geübt im Umgang mit Anderen sind, brauchen in der Regel kein weiteres Portal auf dem sie sich vernetzen können. Diese Menschen wissen, wie sie neue Kontakte knüpfen können und haben teilweise auch die wunderbare Eigenschaft ihren Freundeskreis dabei zu helfen ebenfalls neue Kontakte zu knüpfen. Eben wegen diesen Aspekt sollen sie zwar etwas in den Hintergrund, aber nicht komplett ausgeblendet werden.

Das ganze weitergedacht führte zu Erinnerungen an Brieffreundschaften. Blinddates. Akwardness. Comfort-zone. Wie kann man das verbinden? Ein organisiertes Treffen bei dem alle Teilnehmer gar nicht miteinander reden, sondern nur schreiben? So könnte man unangenehmen Reden, Stottern, Nervosität aus dem Weg gehen. Themen könnte man mit vorgeben, damit es nicht am ersten Gesprächsstoff scheitert.

Scheitern. Die Idee war lustig und hatte einen gewissen Charme, aber hatte einen Schwachpunkt: die Menschen, die ich herauslocken möchte, würden sich gar nicht erst trauen allein zu solch einer Veranstaltung zu gehen. Se würden wahrscheinlich lieber zu Hause in Ihrer Comfort-zone bleiben. Das ganze muss also wohl oder übel zuerst digital starten. Den Akward-Aspekt kann man vielleicht mit einbauen. Eine analoge Variante mit ankoppeln. Das heißt, im nächsten Blog werde ich eine Idee vorstellen. »Digitale Brieffreundschaft und analoge Akwardness« geb ich einfach mal als Arbeitstitel.

Bis dahin.

[Titelbild: Urheberrecht bei Andy Soydt]

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