Microchips im Körper sind nicht neu!

Kleine reiskorngroße Microchips im Körper eines Menschen. Das klingt erstmal irgendwie gruselig und nach Science-Fiction-Filmen. Das alles ist aber gar nicht so weit in der Zukunft wie man vielleicht denken möchte und wird bereits in die Tat umgesetzt. Neu sind die Microchips nicht, bereits 2006 machte „Tagging“ Schlagzeilen. Per Spritze landen winzige RFID-Chips unter der Haut, um Schlösser zu öffnen oder Passwörter zu speichern. Bereits vor 10 Jahren testeten die ersten Enthusiasten die in Sachen Datensicherheit bedenkliche Mode bereits. Nun stellen wir uns vor, demnächst gehen Sie zum Arzt, dort bittet Sie die freundliche Arzthelferin: „Reichen Sie mir bitte Ihren Arm, damit wir Ihre Daten checken können.“ Praktisch, oder? Im Kaufhaus begrüßt Sie schon an der Eingangstür eine freundliche Stimme: „Haben Sie was vergessen, Frau Meyer, Sie waren doch gerade schon einmal hier?“ Anstelle von Überwachungskameras stehen nun überall Chip-Scanner.

Anstatt mit dem Handy oder der Chipkarte Tickets zu bestellen, Türen zu öffnen und dergleichen kommt nun der nächste Schritt: der Chip unter der Haut. Eine Vision ist das nicht mehr, sondern Wirklichkeit in einem schwedischen Büro-Komplex. Entwickelt wurde das Projekt von einer schwedischen Bio-Hacking-Gruppe um den Aktivisten Hannes Sjoblad. Ein ganzer Bürokomplex im Stockholmer Stadtzentrum mit dem Namen Epicenter wurde mit Hilfe von Investoren so ausgerüstet, dass sich Türen und Kopierer und bald auch das Rabattsystem in der Cafeteria über den RFID-Chip (Chip zur Identifizierung mithilfe elektromagnetischer Wellen) in der Hand zwischen Daumen und Zeigefinger steuern lassen.

Angefangen hat aber eigentlich VeriChip, als dieses Unternehmen seine Technik in einem spanischen Szeneclub bewarb. Dort konnten sich gutbetuchte Gäste erstmals 2004 einen reiskorngroßen Chip in den Arm spritzen lassen, der die Funktion der Geldkarte übernahm: Indem sie sich an einem Lesegerät vorbeibewegten, konnten sie damit ihre Zeche begleichen. 2007 änderte das Unternehmen den Produktnamen von „VeriChip“ in „Health Link Chip“ um und preist das Produkt seither bei US-Krankenhäusern für Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Demenz, Epilepsie, Herzkrankheit oder Diabetes an. Diese Menschen können sich im Notfall vermutlich nicht mitteilen. Für die Patienten soll deshalb ein Chip im Körper sprechen, der mit ihrer Gesundheitsakte in einer Datenbank verknüpft ist.

In der Zukunft sind den Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Identitäts- und Zugangskontrollen, Tickets für Bus und Flugzeug, Bezahlsysteme – alles scheint möglich. Und genau das macht dieses Thema so spannend und auch gleichzeitig angst einflößend. Ich freue mich, dass ich mich nun für die nächsten Wochen mit diesem Thema beschäftigen kann.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s