EASY GOING – John Maeda and The Laws of Simplicity – Part_1

Jeden Tag wird eine neue Technologie entdeckt und immer neue Geräte werden erfunden. Diese Geräte wie Smartphone, Tablet oder sogar ein Auto sollen uns das Leben vereinfachen. Doch wird das Leben durch diese Dinge einfacher? Der Designer und Künstler John Maeda diskutiert in seinem Buch „Laws of Simplicity“ Wege zur Einfachheit anhand von 10 Gesetzen, die er aufstellt. Diese sollen als Anregung zur Auseinandersetzung mit dem Thema und nicht als Richtlinie gelten und können in allen Bereichen des Lebens angewendet werden. John Maeda bezieht sich jedoch oft in seinem Buch auf den Entwicklungsprozess eines Produkts sowie auf ein Produkt selbst, jedoch können seine Thesen auf alles zurückgeführt werden.

Kommen wir noch einmal zur Technologie. Jeden Tag werden neue Geräte entwickelt. Jeden Tag kommen neue Funktionen und Bedienelemente dazu. Doch eine Vielzahl von Funktionen und Bedienelementen erschweren das Benutzen. So kommt es vor, dass die Bedienungsanleitung einer Kompaktkamera umfangreicher ist, als die eines Autos. Wir denken heutzutage meist viel zu kompliziert, deshalb stellt John Maeda auch 10 einfache Gesetze auf, die beispielsweise einen Entstehungsprozess eines Produkts vereinfachen sollen.

1. Reduktion – Die einfachste Weise Einfachheit zu erzielen, ist durch wohlüberlegte Reduktion.
Wenn man die Bedienelemente und Funktionen auf ein Minimum beschränkt vereinfacht es die Bedienbarkeit. Jeder kann auf Anhieb das Produkt bedienen, ohne großartig eine Anleitung lesen zu müssen. Der Nachteil dabei ist aber, dass die Reduktion oft auch die Verwendungsmöglichkeiten einschränkt. Deshalb ist hierbei zu beachten, die Mitte zwischen Reduzierung und Funktionalität zu finden. Als Beispiel nennt John Maeda in seinem Buch, sowie in seinen Vorträgen oft Apple, die es damals geschafft haben mit dem Macintosh einen Computer für die Masse herzustellen. Nun standen nicht mehr nur Zahlen und Codes auf dem Computer, sondern es gab ein User Interface.

2. Organisieren – Aufräumen lässt eine Vielzahl geringer erscheinen.
Organisation ist in allen Bereichen ein Plus, sei es in der Uni, Schule oder am Arbeitsplatz. Wenn man nur lose Blätter mit sich trägt, muss man lange suchen, bis man das Objekt seiner Wahl findet. Jedoch nicht, wenn man alles sorgfältig einheftet oder beispielsweise mit einem Register oder einer Ordnerstruktur arbeitet.  Auch im Team ist eine gute Organisation besonders wichtig. So ist eine Aufgabenaufteilung essenziell oder eine Todo-Liste. Ein gutes Tool hierfür wäre „Scrum“. Durch Organisation spart man Zeit.

3. Zeit – Zeitersparnis empfinden wir als Vereinfachung.
So kommen wir auch schon zum 3. Gesetz der Zeit. Warten wird als unangenehm empfunden. Passiert etwas jedoch sofort wird dies als einfach empfunden. Beispiel ist eine Website. Ist diese zu groß oder das Internet zu langsam, haben wir meist schon eine andere Seite geöffnet oder ärgern uns über die Zeit die vergeht, um die gewünschte Seite zu öffnen. Ist die Seite aber sofort geöffnet, dann wird dies als einfach empfunden.

4. Lernen – Wissen macht alles einfacher.
Am liebsten würden wir gleich alles beherrschen. Wenn wir ein neues Gerät bekommen, probieren wir es gleich aus und testen uns durch alle Funktionen. Wozu die Zeit verschwenden und noch eine Bedienungsanleitung lesen? Es erklärt sich sowieso alles von selbst. Doch in den meisten Fällen verschlingt das Lernen durch ausprobieren mehr Zeit, als die Gebrauchsanweisung zu lesen.

5. Gegensätze – Einfachheit und Komplexität bedingen einander.
Heutzutage gibt es so viele komplexe Gegenstände und Geräte und auch unsere Technologie gewinnt ständig an Komplexität. So ergibt sich ein ökonomischer Vorteil für das Einfache. Denn umso mehr komplexe Dinge um einen herum sind, umso mehr sticht das Einfache hervor. Das Einfache setzt sich ab.

6. Kontext – Das Umfeld von Einfachheit ist zweifellos nicht unbedeutend.
Man darf sich nicht auf das bloße Objekt konzentrieren, man muss das Umfeld miteinbeziehen. Besonders im Designprozess ist es wichtig, sich nicht nur auf das bloße Objekt zu fokussieren, dass würde das Wichtigste außer Acht lassen. Beispiel ist eine Werbeanzeige oder sogenannte OutofHome Media. Was bringt mir ein schön gestaltetes Plakat, wenn es falsch platziert ist? Deshalb muss man darauf achten, auch die Touchpoints der Zielgruppe, also die Umgebung miteinzubeziehen.

7. Emotion – Mehr Emotionen sind besser als weniger.
Dieses Gesetz ist ein kleiner Widerspruch in John Maeda´s Auflistung. Demnach darf nicht zu viel reduziert werden, da sonst jegliche Emotionen verloren gehen. So kann eine zu reduzierte Form als hässlich empfunden werden. Als Beispiel wieder Apple. Das Iphone sieht schon sehr stylish aus, jedoch ist es doch vielen Menschen zu reduziert, sodass sie es sich mit einer Hülle personalisieren.

8. Vertrauen – Wir vertrauen der Einfachheit.
Es ist wichtig einem System zu vertrauen. Ein System was genau weiß, was du von ihm willst, wird als besonders einfach empfunden. Als Beispiel hier die Autokorrektur eines Smartphones. Diese lernt, wie du schreibst und berichtigt es so, wie du es willst. Diese Funktion ist besonders hilfreich und ermöglicht uns noch einfacher und schneller zu schreiben. Allerdings kann es auch dazu kommen, dass es dir etwas Falsches vorschreibt und du so bevormundet wirst.

9. Fehlschläge – Manche Dinge können niemals einfach gemacht werden.
Wenn man etwas so sehr vereinfacht, dass man es nicht mehr erkennen kann, sollte man die Vereinfachung wieder rückgängig machen. Falls beispielsweise ein Text nicht ersichtlich zu lesen ist, weil dort zu viele Akronyme verwendet wurden, sollte man die Worte wieder ausschreiben, da der Text so nicht mehr einfach zu lesen ist.

 

 

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