The Uncomfortable Project

Nachdem die Methode des Critical Design hier schon beleuchtet wurde, zeige ich euch nun ein zeitgenössisches Beispiel und erläutere die Designerin hinter dem „Uncomfortable Project“.

Katerina Kamprani ist eine griechische Designerin, deren „Uncomfortable Project“ zu einem Internet-Phänomen wurde. Kamprani ist studierte Architektin. Als sie realisierte, dass Architektur nicht ihr Traumberuf war, begann sie Produktdesign und Interactive Systems zu Studieren. Aber wie viele andere Griechen fiel auch sie der Wirtschaftskrise zum Opfer. Sie fand sich damit ab in näherer Zukunft keinen Job als Designerin zu finden. Denn zur Zeit bekommt fast niemand mehr einen neuen Job. Es gibt auch keine Investitionen mehr. Kamprani sah das aber als Chance frei zu sein, alberne Dinge zu tun.

Auch wenn Kamprani zu ihrem Projekt nicht sagen würde, dass es sich um Critical Design handelt, erfüllen die Ergebnisse doch die satirischen und kritischen Kriterien nach denen wir Critical Design abhandeln würden.

Das ganze begann 2010 als Kamprani die ersten Entwürfe auf Facebook postete. Innerhalb von Stunden wurden ihre Entwürfe hundertfach geliked und geteilt. Es war ein weltweiter viraler Erfolg. Denn die Objekte die Kamprani unangenehm gestaltet, sind Objekte aus unserem Alltag. Jeder weiß wie ein Topf aussieht. Aber wenn man einen Topf vorgesetzt bekommt bei dem beide Griffe auf der selben Seite sind, dann ist das ein unangenehmer Anblick. Das vertraute bleibt bestehen aber wir wissen instinktiv, dass etwas nicht in Ordnung ist.

 

Wir haben diese Archetypen verinnerlicht. und Kamprani sabotiert unsere Vorstellung einer durchgestalteten Welt. Ihr „Uncomfortable Project“ ist in erster Linie ein lustiger Scherz. Aber es ist auch ein Kommentar auf unsere Automatisierung. Und ein kleiner Protest. Wenn sie keine Arbeit als Designerin findet, dann zerstört sie eben vorhandenes Design.

Mittlerweile hat sie einen neuen Job gefunden, wieder als Architektin.

Für mehr Informationen über Katerina Kamprani könnt ihr ihre Webseite besuchen:

http://www.kkstudio.gr/

Oder einen sehr interessanten Artikel aus dem Magazin Süddeutschen Zeitung lesen:

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/45046/Dinge-der-Unmoeglichkeit

Ich gönne mir jetzt noch einen Wein.

88814

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